Internationale Gartenausstellung Ruhrgebiet 2027 (IGA)
Gartenschauen – was sind das?
Schaufenster für Stadtentwicklung und Lebensqualität
Gartenschauen sind weit mehr als farbenfrohe Blütenpracht und perfekt inszenierte Parks. Sie sind Motoren für Stadtentwicklung, Bühne für Innovation und Impulsgeber für nachhaltige Freiraumgestaltung. Ob international, bundesweit oder regional – jede Ebene erfüllt eigene Ziele und hinterlässt sichtbare Spuren in Stadt und Region.
Doch was steht hinter den einzelnen Ebenen?
IGA - Die Internationale Gartenausstellung
Die IGA ist die größte und bedeutendste Garten- und Landschaftsausstellung mit internationaler Ausstrahlung. Sie findet alle zehn Jahre statt und dauert in der Regel mehrere Monate.
Ziele und Schwerpunkte der IGA sind z.B. großräumige Stadtentwicklungsprojekte mit internationalem Vorbildcharakter umzusetzen, Klimaanpassung, Biodiversität und nachhaltigen Städtebau zu fördern, Grün- und Freiräume in urbanen Räumen zu integrieren sowie internationale Besucher*innen anzuziehen und Fachdialoge zu führen oder Innovationen anzuregen und sichtbar zu machen. Das Wort international bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Themen aus dem Weltgeschehen mit unterschiedlichem Länderbezug. Platz finden und weltweite Aufmerksamkeit generiert werden kann.
BUGA – Die Bundesgartenschau
Die BUGA hat einen nationalen Fokus und findet alle zwei Jahre statt. Neben Gartenkunst und Landschaftsarchitektur regt die BUGA vor allem auch stadtplanerische und ökologische Aufwertung ganzer Stadtteile oder Regionen an.
Ziele und Schwerpunkte der BUGA sind z.B. neue Parks, Freiräume und urbane Landschaften zu entwickeln und zu gestalten, die Lebensqualität in den Städten zu verbessern sowie nachhaltigen Tourismus und bürgernahe Umweltbildung zu fördern. 2023 z.B. fand die BUGA in Mannheim statt, bei der der Fokus auf die Verbindung von Stadtentwicklung, nachhaltiger Mobilität und neuen Freizeitflächen gelegt wurde.
LAGA – Die Landesgartenschau
Die Organisation der LAGA findet auf Landesebene statt, meist alle zwei bis drei Jahre. Die Gartenschau ist auf einzelne Städte oder Regionen innerhalb eines Bundeslandes begrenzt. Hier sind vor allem kleinere Kommunen im Blickfeld: Die LAGA bietet die Chance, Grün- und Freiräume aufzuwerten. Ziele sind hier vor allem, die regionale Identität und Lebensqualität zu steigern sowie touristische und wirtschaftliche Impulse für kleinere Städte auszulösen. Wichtig ist hier, dass die Bürger*innen beteiligt werden und lokale Umweltprojekte umgesetzt werden. Es geht hier u.a. auch darum, Brachen, Flussufer oder Innenstadtbereiche aufzuwerten. Die LAGA 2023 hat z.B. in NRW, genauer gesagt in Höxter, stattgefunden und widmete sich der Verbindung von Weserufer, Welterbe Corvey und der Innenstadt.
Ziel ist es, dass u.a. Garten- und Landschaftsbauer*innen ihre Kreativität voll entfalten können und die grüne Vielfalt sichtbar wird. Hier treffen Landschaftsarchitektur, Kunst und Gartenkunst aufeinander und schaffen inspirierende Orte, die überraschen und begeistern.
Wirkung und Nutzen von Gartenschauen:
Gartenschauen hinterlassen bleibende Werte und wirken auf vielfältige Weise. Sie verwandeln Brachflächen in lebendige Parks, schaffen Orte der Begegnung und fördern das gesellschaftliche Miteinander. Gleichzeitig stärken sie den Tourismus und beleben die lokale Wirtschaft, da Besucherströme neue Impulse für Gastronomie, Handel und Dienstleistungen bringen. Auch ökologisch entfalten Gartenschauen Wirkung: Sie tragen zur Klimaanpassung bei, fördern die Biodiversität und bieten Raum für Umweltbildung. Über ihre reine Funktion als Ausstellung hinaus repräsentieren sie die Ausrichterregion, verbinden Stadtplanung, Kultur und Natur und machen nachhaltige Entwicklung auf anschauliche und erlebbare Weise sichtbar.
WIR HALTEN FEST:
IGA, BUGA und LAGA sind weit mehr als klassische Gartenausstellungen. Sie setzen Impulse, um historische Gärten, Parks und besondere Orte aufzuwerten, neu zu denken und erlebbar zu machen. Dabei werden verschiedene Themen gezielt und ortsgebunden in Szene gesetzt – für Besuchende, Bewohner*innen und die Region selbst.
IGA 2027 im Ruhrgebiet
Die Internationale Gartenausstellung (IGA) findet vom 23. April bis 17. Oktober 2027 erstmals in Nordrhein-Westfalen und erstmals im Ruhrgebiet statt.
Unter dem Motto „Zukunft blüht – wie wollen wir morgen leben?“ möchte die IGA 2027 die grüne Zukunft des Ruhrgebietes gestalten.
Bei der zum ersten Mal dezentral geplanten Gartenausstellung werden globale Zukunftsfragen sowie nachhaltige Unternehmen, Start-Ups und Projektträger*innen in den Fokus gerückt und grüne Highlights im oft angenommenen „grauen“ Ruhrgebiet in Szene gesetzt.
Die IGA Metropole Ruhr gGmbH ist die Durchführungsgesellschaft der Internationalen Gartenausstellung 2027 im Ruhrgebiet.
Ihre Aufgabe ist es, die Marke IGA Ruhrgebiet 2027 in der Region zu etablieren, die konzeptionelle Seite des Projektes samt Förder- und Sponsorenmanagement abzubilden sowie sämtliche Veranstaltungen in den teilnehmenden Städten zu koordinieren und zu kommunizieren. Und das auf drei Ebenen:
Zukunftsgärten:
Die Internationale Gartenausstellung 2027 verwandelt das Ruhrgebiet in eine riesige Erlebniswelt – und im Mittelpunkt stehen die fünf Zukunftsgärten. Sie sind die Herzstücke der IGA und laden als außergewöhnliche Erlebnisräume dazu ein, Zukunft hautnah zu erleben.
In Gelsenkirchen, Duisburg, Dortmund, Lünen sowie Castrop-Rauxel/Recklinghausen öffnen insgesamt 194 Hektar an neuen Park- und Ausstellungsflächen ihre Tore. Hier treffen Natur, Kultur und Innovation aufeinander – ein spannendes Ziel für Ausflüge, Urlaubsreisen und Entdeckungstouren im Revier.
Ob Familien, Kulturinteressierte, Naturfreunde oder Fachbesucher*innen: Jeder Zukunftsgarten hat seine eigene Handschrift und bietet einzigartige Erlebnisse.
Was erwartet Sie?
- Inspirierende Garten- und Landschaftsarchitektur, die zeigt, wie Städte grüner, lebenswerter und nachhaltiger werden können.
- Faszinierende Ausstellungen und Mitmachangebote rund um die großen Zukunftsthemen: Klimaanpassung, Ernährung, urbane Selbstversorgung, Mobilität, Artenvielfalt, Gesundheit und Kreislaufwirtschaft.
- Interaktive Lern- und Erlebnisräume, in denen Sie selbst aktiv werden können – ob beim Urban Gardening, bei kreativen Workshops oder beim Erkunden neuer Technologien.
- Eine abwechslungsreiche Kombination aus Naturerlebnis und Freizeitangeboten, die die IGA zu einem perfekten Ziel für Tagesausflüge, Wochenendtrips oder ganze Urlaubsrouten macht.
Die Zukunftsgärten sind nicht nur Ausstellungsflächen – sie sind lebendige Reallabore, die zeigen, wie wir morgen leben könnten. Hier wird Zukunft greifbar: in bunten Gärten, nachhaltigen Ideen, kreativen Projekten und einem offenen Dialog zwischen Menschen aus der Region und Gästen aus aller Welt.
Unsere Gärten – Grüne Schätze im Ruhrgebiet
„Unsere Gärten“ ist die mittlere Ebene der Internationalen Gartenausstellung 2027 im Ruhrgebiet – sie öffnet den Blick auf das grüne Erbe, das unsere Region schon heute prägt, und macht bestehende Gärten erlebbar als Ort von Erholung, Kulturerlebnis und städtischer Entwicklung.
Was steckt dahinter?
- Temporäre sowie dauerhafte Aufwertungen öffentlicher Parks, Gärten, Grünzüge und Freiräume machen die bestehende grüne Infrastruktur der Region sicht- und erlebbar. Die IGA nutzt historische Parkanlagen, Landschaftsräume und Industrienatur als inspirierende Kulissen für eine nachhaltige Zukunft.
- In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden 38 Zukunftsprojekte aus elf kreisfreien Städten und vier Kreisen als besonders geeignet ausgewählt – sie tragen durch städtebauliche, touristische und ökologische Qualität zur IGA bei.
- Zu den Projekten zählen nicht nur klassische Gartenschätze, sondern auch zukunftsweisende Initiativen aus den Bereichen Städtebau, Mobilität, Landschaftsentwicklung und Tourismus. Sie zeigen die grüne Transformation im Ruhrgebiet – jetzt und zukünftig.
- Ergänzt wird das Erlebnis durch eine thematische Route der Parks und Gärten, die Highlights wie historische Anlagen, Industrienatur und moderne Themengärten verbindet – hinzukommend motivieren attraktive Radrouten zu einer nachhaltigen Entdeckungstour in der Region.
Mein Garten – Mitmachen und Zukunft gestalten
Die Internationale Gartenausstellung 2027 im Ruhrgebiet lebt nicht nur von den fünf Zukunftsgärten und den weiteren großen Parks, sondern auch von unzähligen Ideen und Projekten aus der Bevölkerung. Unter der Ebene „Mein Garten“ werden diese vielfältigen Initiativen sichtbar gemacht und miteinander vernetzt.
Ob Pflanzenbörse, Gemeinschaftsgarten, urbaner Acker, essbare Stadt oder nachhaltiges Stadtteilfest – viele kleine und große Beiträge zeigen bereits heute, wie eine grüne Zukunft im Ruhrgebiet entstehen kann.
Die Mitmachplattform MEIN GARTEN bündelt dieses Engagement, gibt Projekten Reichweite und verknüpft Menschen mit ähnlichen Ideen. So entsteht ein lebendiges Netzwerk voller Kreativität, Nachhaltigkeit und Tatkraft – getragen von denjenigen, die das Ruhrgebiet aktiv mitgestalten.
Weitere Infos zu den Projektebenen finden Sie hier.
Das macht der EN-Kreis!
- Der Ennepe-Ruhr-Kreis nutzt den IGA-Impuls
Die Internationale Gartenausstellung Ruhrgebiet 2027 entfaltet ihre Wirkung weit über die offiziellen Zukunftsgärten hinaus – auch im Ennepe-Ruhr-Kreis. Als südlicher Teil des Ruhrgebiets ist der Kreis Teil der Ausrichterregion und nutzt den IGA-Impuls gezielt, um eigene Projekte voranzutreiben, Orte aufzuwerten und die Region noch attraktiver zu präsentieren.
Zwar entsteht im Ennepe-Ruhr-Kreis kein eigener Zukunftsgarten, doch zahlreiche Anknüpfungspunkte, Aktionen und Initiativen auf Kreisgebiet werden im IGA-Jahr sichtbar. So wird das Großereignis zum Motor für Entwicklung und Wahrnehmung – ein Anlass, die Stärken des Ennepe-Ruhr-Kreises als lebenswerte Region und reizvolles Reiseziel hervorzuheben und nachhaltig weiterzuentwickeln.
Fünf Städte gestalten gemeinsam Zukunft – Die Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal
Im Zuge der Planungen zur IGA Ruhrgebiet 2027 rücken die Städte Hagen, Hattingen, Herdecke, Wetter (Ruhr)und Witten im Mittleren Ruhrtal enger zusammen – als starke Kooperationsgemeinschaft Mittleres Ruhrtal. Gemeinsam wollen sie die Flusslandschaft weiterentwickeln und die Region zukunftsfähig gestalten.
Grundlage dieser Zusammenarbeit bildet das Entwicklungskonzept „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“, das zentrale Infrastrukturprojekte wie die Ruhrbänder und Ruhrfenster umfasst. Diese Projekte sollen die Ruhr erlebbarer machen, Verbindungen stärken und neue Impulse für Lebensqualität und Nachhaltigkeit setzen.
Doch die Kooperation geht über die bauliche Ebene hinaus: Auch im Tourismus bündeln die fünf Städte ihre Kräfte, um das Mittlere Ruhrtal als attraktive Destination innerhalb der Metropole Ruhr sichtbarer zu machen. Ziel ist es, das Profil der Region zu schärfen sowie den Freizeit- und Erlebniswert für Bewohner*innen und Gäste zu steigern – effizient und ohne Doppelarbeit. Dabei sollen sowohl gemeinsame Potenziale als auch die individuellen Highlights der Städte berücksichtigt und Synergien genutzt werden.
Die IGA 2027 bietet dafür den idealen Rahmen – als Impulsgeber, der Entwicklung beschleunigt, Projekte sichtbar macht und das Mittlere Ruhrtal als starken, zukunftsorientierten Lebens- und Erlebnisraum in Szene setzt.
Die Ozean-Route: „Vom Kommen und Gehen des Meeres“ –
Eine Zeitreise durch die Erdgeschichte im Ennepe-Ruhr-Kreis
Die „Ozean-Route – Vom Kommen und Gehen des Meeres“ ist ein geotouristisches Projekt im Ennepe-Ruhr-Kreis, das im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung Ruhrgebiet 2027 (IGA 2027) realisiert werden soll. Sie verbindet auf rund 92 Kilometern bestehende Radwege wie den RuhrtalRadweg und den Rundkurs „Von Ruhr zur Ruhr“ zu einer thematischen Route, die entlang bedeutender geologischer Orte/Aufschlüsse führt. An diesen Stationen sollen digitale Erlebnis- und Informationspunkte entstehen, die die Erdgeschichte des Ruhrgebiets interaktiv vermitteln und erlebbar machen.
Das Projekt wurde mit dem dritten Stern im Auswahlverfahren der IGA 2027 ausgezeichnet und erhält eine Förderung von 1,23 Millionen Euro aus dem EFRE/JTF-Aufruf Erlebnis.NRW des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 2,3 Millionen Euro.
Die Ozeanroute trägt dazu bei, das Ennepe-Ruhr-Kreis als attraktives Ziel für Radfahrer*innen und Naturinteressierte zu präsentieren und die Region als Teil der IGA 2027 nachhaltig weiterzuentwickeln.
Picknick-Event
Die Internationale Gartenausstellung 2027 verspricht ein Ereignis der Superlative zu werden – bunt, vielfältig und voller Begegnungen. Ein besonderer Höhepunkt im Programm ist das geplante „größte Picknick der Welt“, bei dem Menschen aus nah und fern gemeinsam Platz nehmen, ihre Decken ausbreiten und die Vielfalt kulinarischer und kultureller Eindrücke teilen.
Doch dieses Picknick ist mehr als nur ein gemeinsames Essen: Es ist ein Symbol für Gemeinschaft, für Austausch und für das Leben im Einklang mit Natur und Kultur. Jede Stadt/jeder Kreis im Ruhrgebiet hat die Option, sich bei dem größten Picknick der Welt zu beteiligen.
Und wir fragen uns: Wo könnte dieses Bild schöner zum Ausdruck kommen als bei uns im Ennepe-Ruhr-Kreis, dem „schönsten Kreis der Welt“?
Hier, wo Landschaft, Tradition und Lebensqualität Hand in Hand gehen, wird das Picknick zu einem Fest der Offenheit und des Miteinanders. Jede Decke erzählt eine eigene Geschichte – von regionalen Spezialitäten bis hin zu internationalen Köstlichkeiten. Zusammen entsteht ein lebendiges Mosaik, das die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegelt und gleichzeitig verbindet.
Die IGA 2027 lädt alle ein, Teil dieses einmaligen Moments zu sein.